Adipositas

Schlauchmagen (Sleeve gastrectomy)

Der Schlauchmagen ist das neueste Operationsverfahren bei Übergewicht. Ursprünglichwar die Schlauchmagenbildung ein Teil der sehr komplexen Biliopankreatischen- Diversions- Operation mit Duodenal Switch. Die Sleeve gastrectomy wurde in einigen Fällen als erster Teilschritt eines Zwei-Stufen-Konzeptes durchgeführt. Es kam nach dieser ersten Operation bereits zu erheblichen Gewichtsreduktionen. Aus dieser Historie heraus hat sich der Schlauchmagen als eigenständige Operation entwickelt. Aufgrund der guten Ergebnisse wird der Schlauchmagen weltweit immer häufiger durchgeführt.

Chirurgische Technik

Der Schlauchmagen wird gebildet, indem der Magen längs durchtrennt und der größere Teil entfernt wird. Es verbleibt - wie der Name sagt - ein schlauchförmiger Magenrest mit einem kleinen Reservoir am Magenausgang mit einer Füllmenge von ca. 80 ml. Die Operation wird laparoskopisch durchgeführt. Bei der Operation wird der Magenausgang (Pylorus) mit seiner nervalen Versorgung nicht verändert, so daß sich der Mageninhalt normal in den Zwölffingerdarm entleert.

Was bewirkt die Operation?

Das Wirkprinizip der Operation ist Restriktion, das heißt, das Füllungsvermögen des Magens wird erheblich reduziert. Es tritt ein frühes Sättigungsgefühl auf. Zusätzlich wird durch Entfernung des oberen Magenanteils (Fundus) die Bildungsstätte des appetitstimulierenden Hormons Ghrelin mit entfernt, so daß die Patienten ihr Hungergefühl verlieren. Eine Gewichtsreduktion von ca. 60-70 % des Übergewichtes ist zu erwarten. Es treten im Vergleich zum Magenband keine Implantat Komplikationen und im Vergleich zum Magenbypass keine metabolischen Langzeitkomplikationen auf. Eine Supplementierung mit Vitamin B12 kann dauerhaft notwendig sein.